WAS IST EIN ZÜCHTER ???  
     
  Einige Denkanstöße zum Thema Züchten, Zuchtvoraussetzung,  Zuchteigenschaften  
   
 
Im  Katzenliebhaber  und stolzem Besitzer eines Rassekätzchens, das zum günstigeren Preis als Liebhabertier erworben wurde, erweckt der Wunsch einmal selbst knuddelige Katzenkinder aufzuziehen und das Wunder der Schwangerschaft und  Geburt zu erleben. Das Tierchen ist gesund und puppenlustig, hat sich toll gemacht und bereitet viel Freude. Da man ja soviel Spaß mit dem Kätzchen hatte, wird man doch so einen Wurf locker bewältigen können.... Ob der Züchter der Katzendame sich dabei etwas gedacht hat, daß er das Tierchen zum Liebhaberpreis verkauft hat ?  - In diesem Artikel finden Sie einige Denkanstöße, die Sie in Ihrer Entscheidung unterstützen sollen.
 
   
  Tja, ganz so einfach ist das mit der Zucht leider nicht, wie man sich vorstellen kann :  
   
 
Ein Züchter kennt die Genetik und die Linien, mit denen er züchtet ganz genau. Er ist sich darüber bewußt, daß er beim Auftauchen von Gendefekten die beteiligten Züchter informiert und die beteiligten Elterntiere kastriert. Er/Sie ist lernfähig, kritikfähig, besonders kritisch den eigenen Katzen gegenüber und respektiert die Bedürfnisse des einzelnen Tieres und vor allem verletzt niemals die Würde des Tieres.
 
     
   
 
Als Züchter muß man ein Liebhaber von Mensch, Tier und allem Lebenden sein.  Eine positive Einstellung und Humor für die eigenen Eseleien sind ebenso wichtig, wie das Eingeständnis von Fehlern und Fehleinschätzungen, die man selber fabriziert hat.  Offene Ohren und ein großes, mitfühlendes Herz für die Nöte anderer und Unterstützung von Züchtern und Liebhabern gehören ebenso zu den "Pflichten" wie auch das geduldige  Zuhören über "die phantastisch zigarrenförmig geformten Häufchen" wie auch die 100. Erzählung  des niedlichen Spiels mit einem Mäuschen....
 
     
   
 
Persönliche Gefühle und Ressentiments müssen außen vor gelassen werden, wenn es um "die wichtigste Sache" geht - nämlich die gezüchtete Rasse, an deren Erhaltung und Verbesserung man maßgeblich beteiligt sein will.
 
     
   
 
Das Wichtigste aber sind Zeit, Muße, Freude und eine unbändige Freude am Leben und auch mal 'alle Fünfe gerade sein zu lassen' und sich nicht in einer Diskussion zu beteiligen oder mitzumischen.
 
     
   
 
Zeitaufwendig, unproduktiv, ignorant und pubertär sind Diskussionen über andere Züchter und Getratsche, womit nicht das konstruktive Gespräch unter Züchtern gemeint ist.
 
     
   
 
Ein dickes Sparbuch mit einigen Tausendern in der Hinterhand, sowie ausreichend Platz, hochwertiges Futter, hochwertiges Katzenstreu  und genügend Hände zum Streicheln und Liebhaben sind immens wichtig und werden in den meisten Fällen unterschätzt.  Ein oder besser noch zwei große Zimmer ab 10 qm Größe aufwärts, in dem man "Neuzugänge", nervöse Mütter, pinkelnde Kater  und kranke Tiere separieren kann, sind absolut  notwendig.Hochhauswohnungen und Häuser mit Nachbarn, die ganz dicht an der eigenen Wohnung wohnen, sind ungeeignet für eine Katerhaltung.
 
     
 
Ebenso ist  ein Single der Ganztags berufstätig ist und nur morgens vor 8.00 h und nachmittags nach 17.00 h Zuhause ist, kein optimaler Platz für einen potenten Deckkater, mehrere Mädchen und Würfe, da die Tiere sich zuviel selbst überlassen sind und die Jungtiere nicht genügend beaufsichtigt werden können.  Ein separates Katzenzimmer für Jungtiere halte ich für absolut indiskutabel, da die Kleinen dann nicht genügend vom "Alltagsleben" mitbekommen. Katzenkinder, die so aufwachsen mußten, sind i. d. Regel nicht streßresistent und haben vor lauten, unbekannten Geräuschen Angst.  - Besonders gut erkennbar, wenn man in so eine Zucht kommt, wo die Katzenkinder unterm Sofa verschwinden und nur mit Mühe und Not aus den Ecken hervorgezogen werden können. Das ist m. E. keine artgerechte Haltung von Jungtieren.
 
     
   
 
Natürlich muß man seinem Job nachgehen, um das Katzenfutter zu verdienen, dann sollte aber noch jemand wenigstens stundenweise in der Wohnung sein und sich intensiv  mit den Jungtieren beschäftigen.
 
   
  Katzenzucht ist eine ernste Sache und man übernimmt die Verantwortung für mehrere Leben.  
   
 
Katzenkinder sollten sich ihr neues Zuhause aussuchen dürfen. Wenn sie einen Menschen nicht leiden können, dann sollte man als Züchter das Tier auf gar keinen Fall diesem Menschen verkaufen.  Schrecklich, wenn ein Tier 20 Jahre bei einem Menschen leben muß, dessen Seele nicht mit seiner in Einklang ist. Es gibt sehr viele unglückliche Katzen mit noch unglücklicheren Besitzern, bei denen der "Funke" nicht übergesprungen ist.
 
     
 
Geld kann man mit der Katzenzucht  nicht verdienen, dann gehen Sie lieber ins Casino und verspielen Sie es, daß geht schneller und hat einen ebensolchen Effekt.
 
   
  Alles hehre Ziele, denen Mann/ Frau gerecht werden soll  und auch kann ?  
   
 
Das Frühjahr naht und damit auch die  fruchtbare Zeit des Jahres, in dem viele "neue" Züchter munter drauflos züchten und  "nur einmal Babies " haben wollen... bedenken Sie, wenn Sie auch nur einen Wurf haben, sind Sie ein Züchter mit all den Konsequenzen eventuell eine Rasse nachhaltig zu schädigen, in dem Sie mit Katzen, deren Genpotential nicht in Ordnung war, eine ganze Generation zu ruinieren.....
 
     
   
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