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| DIE ERFÜLLUNG DEINER VISION... TABBY POINT BIRMAS | ||
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Es war an einem Herbstabend in den frühen 80er Jahren als meine Mutter mir
mit ihrem verschmitzten Grinsen eine Neuigkeit eröffnete, die ich schlichtweg
für utopisch hielt .... " kannst Du Dir eine Birma mit Tigerzeichnung im Gesicht
und an den Beinen vorstellen ? Das muß doch phänomenal aussehen." |
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Ich hielt sie
schlichtweg für verrückt. Eine Birma sollte nur Seal oder Blue sein, die neuen
Rotvarianten fand ich zwar apart, aber Tabbies ?! |
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Wenn meine Mutter diesen
energischen Zug um den Mund herum hatte, dann war sie von etwas nicht
abzuhalten. Bereits einige Tage und Nächte
hatte ich sie beim intensiven Studium
von Katzenzeitschriften und besonders der Rassebeschreibungen von Tabby-Katzen
beobachten können.
Sie hat hin- und her überlegt und sich die genetischen
Möglichkeiten durch den Kopf gehen lassen. Jedenfalls war klar, daß sie diesen
Weg gehen würde. |
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Als gefügsame Tochter gehorcht man. Der einfachste Weg
wäre gewesen, Tabbies über Siamesen einzukreuzen, dabei wären Typ und
Fellqualität verloren gegangen. Damals gab es gerade die ersten Norweger und
Maine Coons, die aber aufgrund der Fellbeschaffenheit nicht geeignet waren.
Balinesen gab es noch nicht in Tabbyvarianten. Tabby-Perser gab es, aber die
orange Augenfarbe, die extrem kurze Nase und die Fellqualität waren genauso
ungeeignet für die Birma. |
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| Colourpoint-Tabbies gab es und ich hatte den Auftrag
mir diese auf mehreren Shows genau beim Richten anzusehen. Ich habe auf ca. 10
Shows als Steward für alle möglichen Tabby-Varianten in Kurz- und Langhaar
gearbeitet, um Tabbies und deren verschiedene Spielarten kennenzulernen. Habe
mir Notizen gemacht und Kontakte zu Züchtern geknüpft, mit denen meine Mutter
dann später die Problematik diskutiert hat. |
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Recht schnell war klar, daß auch
Colourpoint-Perser ausschieden aufgrund ihrer sehr schlechten Augenfarbe, der
immer kürzer werdenden Nase und vor allem wegen ihres sehr dunklen Körperfelles.
Der Anfang war entmutigend. Aber meine Mutter hatte eine Trumpfkarte, wie wir
auf Umwegen unsere Tabbies bekommen könnten. Inzwischen war ich von ihrer
Begeisterung angesteckt und konnte mir sehr wohl Tabby-Birmas vorstellen. |
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Wir hatten eine wunderschöne Chinchilla, Neiti (=finn. Fräulein) aus rein
englischen Linien - jedoch ohne Inzucht - in Finnland gezüchtet. Diese Katze
hatte eine phantastische grüne Augenfarbe, eine "Birma"-Nase und ein eher
kurzes, seidiges Fell für eine Perser. Die beste Bewertung, die sie je auf einer
Ausstellung bekam, war ein Exc. 3 und einen Sonderpreis für den "echt-englischen
Urtyp". Auf der Showbühne eher eine Niete, von uns aber wegen ihres
unvergleichlich lieben und ausgeglichenen Wesens heißgeliebt. Ihre Kinder waren
eher "Nasenbären", trotz eines sehr schönen und typvollen Katers. |
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Diese Neiti haben wir mit unserem Ch. Sarika Ch'en Chih Mai (BP von Liz
Robinson, Australien) verpaart. Die 4 Kitten (1 Kater, 3 Mädchen) waren
wunderschöne Hybriden einer Silvershaded ähnlich mit herrlich grünen Augen,
langer Nase und netten weißen Flecken an Brust, Bauch und Pfoten. Natürlich
konnten in dieser Generation keine Maskenkatzen fallen, da beide entweder
Maskenkatzen sein müssen oder die Anlage dafür tragen müssen. Daher war die
Augenfarbe auch nicht blau, sondern grün. |
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Zwei der Mädchen wurden für die Nachzucht verwandt. Eine davon war Las Perlas-sin Undine. Undine wurde von Ch. Sofie`s Aristocat, einem dän. Bluepoint aus der Zucht der allseits beliebten Hanne-Sofie Sneum, gedeckt. In dem Wurf waren wiederum 4 Kitten: 1 Bluepoint Mädchen, 2 Tabby-Hybriden und 1 Sealtabby-Point-Kater names IC Las Perlas-sin Cepetto. |
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Das Bluepoint Mädchen hatte etwas knappe Handschuhe und Sporen, was aber den Ausschlag gab, sie zu kastrieren war, daß die Augen etwas zu abgeschrägt und nicht "birmanlike" waren. Die beiden anderen Mädchen sind ebenfalls kastriert worden. |
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Cepetto wurde am 29.3.86 geboren und war der erste Tabby-Pointkater in Deutschland. Er hatte eine phantastische Augenfarbe, wunderbar helles Fell, das entgegen den Aussagen mancher Laien keinesfalls länger oder dichter als normal war. |
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Das erstaunlichste waren aber seine vollen Handschuhe und seine Sporen, die zwar etwas knapp, aber vorhanden waren. Damit hatte keiner von uns gerechnet, am wenigsten die Kritiker unseres Zuchtprogramms.
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Sein Gesichtchen sah aus "wie eine Landkarte" - ein Ausdruck meines erstaunten Onkels, der Cepetto als Baby zum ersten Mal sah. Jeder war von ihm fasziniert und er hat die Richter im Sturm erobert. |
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Auf die Auszeichnungen gehe ich nicht näher ein, aber nur soviel er war mehrfach Best HLH, Rassesieger, Sonderpreise, etc. etc. etc. Besonders stolz bin ich auf seine "Nine-Silver-Bells" - die sog. Birmaglöckchen, die ihm auf einer Ausstellung verliehen wurden und die noch heute bei meinem jetzigen Kater, Harmony, im Zimmer hängen: |
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Cepetto war ein sehr ruhiger, lieber Kater, der mit seiner quäkenden Stimme und seinem überaus angenehmen Wesen sogar mit im Haus leben konnte, da er nur mäßig bis gar nicht markierte. Ein Hauptmerkmal seiner Nachkommen ist das Knabbern am Finger und die durchdringende Plapperstimme. |
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Tiger" oder "Tigerlilli" wie wir ihn gerufen haben, war nicht sonderlich sexy, weshalb er erst mit 2 1/4 Jahren dem Katzenkamasutra fröhnte. Er hat seine Mädels nie länger als 24 oder maximal 36 Stunden gedeckt, war aber ein äußerst zärtlicher Gentlemen, der immer die Gefühle der Katzendamen berücksichtigte. Vielleicht ein Grund seiner zahlreichen Nachkommen ?? |
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Fest steht, daß durch die vorsichtige Selektion der im Zuchtprogramm beteiligten Katzen keinerlei schwerwiegende genetische Defekte oder Krankheiten herein gekommen sind. Die Wurfstärke und Vitalität der Kitten wurde größer. Es ist niemals ein silbernes Kitten von ihm gefallen, was darauf schließen läßt, daß er den verpönten Silberinhibitor NICHT getragen ha, weil er kein Silbertabby war. Silber ist ein dominantes Gen und kann nicht rezessiv (verdeckt) getragen werden. |
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Die möglichen Farben der Jungen aus der Experimentalverpaarung aus der Cepetto gefallen ist, konnten sein: |
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1. Smokes (kein Agouti, Silber) |
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2. Solids (kein Agouti, kein Silber) |
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3. Tabbies (Agouti, kein Silber) |
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4. Silbertabbies (Agouti, Silber) |
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Sein Enkelsohn ist nach England importiert worden und der Club verweigert ihm die Registrierung, weil er in der 6. Generation eine rein englische Chinchilla hatte. Offensichtlich hat man dort nicht verstanden, daß bei einem Sealtabbykater, der zwar aus einer Silberverpaarung ist, aber selbst nicht silbern ist, kein Silber fallen kann, weil es ein dominantes Gen ist. |
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Er erschien mir neben unserem extrem großen Australier, Ch. Sarika Ch'en Chih Mai, als klein, wog aber knapp 8 kg als potenter Kater. -Kurz vor seinem Tode mit nur 10 Jahren allerdings fast 12 kg, was den Herzinfarkt nach "Fitness-Training" und Reduktionsdiät erklären mag. |
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Zum Schluß möchte ich noch erwähnen, daß während des Zuchtprogrammes - natürlich - attraktive Smoke-Points gefallen sind. Es tut meiner Seele immer noch weh, daß wir diese wunderschönen silbernen Katzen nicht zur Weiterzucht verwenden durften, aber wir haben keinerlei Risiko bei unserem eigentlichen Ziel eingehen wollen, was die Anerkennung der Tabbies erschweren und behindern sollte. Was ja dann dank der Hilfe anderer Züchter in der FiFe recht schnell der Fall war.... |
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Leider sehe ich mit dem vorhandenen Potential in der Silberzucht heute keine Möglichkeit mehr ein Zuchtprogramm in der oben erwähnten Güte durchführen zu können, daher habe ich mich entschlossen, diesen so inspirierenden Gedanken wieder fallen zu lassen. Die von uns damals eingekreuzte Chinchilla war aus reinen Chinchilla-Linien - keinerlei Perser- oder Shadedeinkreuzung im Stammbaum - daher auch die außergewöhnlich gute Eignung für dieses Zuchtprogramm. |
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| Bettina S. Rode 02/99 auf Fotos & Text - updated: 27.03.99 Foto von Sofie's Aristocat und Besitzern Ruth & Waldemar Weihrauch Aus dem Privatbesitz von Hanne-Sofie Sneum - vielen Dank dafür ..... Hanne-Sofie ! |
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statistik by onetwomax.de |
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| Copyright - Bettina Rode 01/07 - Mail: lasperlas@t-online.de |