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| BLUTGRUPPENSYSTEM DER KATZEN | ||||||
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Seit Anfang der
90er Jahre weiß man, dass es unterschiedliche Blutgruppen bei Feliden gibt. Man
unterscheidet hier zwischen den Blutgruppen A, B und A/B. Die Blutgruppen B und
A/B können rezessiv getragen werden. Das bedeutet, dass aus einer Verpaarung A x
A auch B fallen kann. Diese Katzen werden genetisch folgendermaßen bezeichnet:
A/b = hat Blutgruppe A, trägt B. Die Blutgruppe A/B liegt auf einem
eigenen Genlocus. Es gibt aber noch sehr viele, teilweise sogar noch nicht
einmal bekannte Untergruppen der Blutgruppe B und A/B, die nicht ausgetestet
werden können. Darüber hinaus weiß man, dass reinerbig A nur
sehr wenige Katzen sind und es bei den Birmas seh viele Trägertiere
gibt, die ich im weiteren Verlauf dieses Berichtes mit A/b (das
kleine "b" steht in der Genetik für das verdeckte Tragen) bezeichnen
werde. |
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Es gibt ein
Testsystem mittels eines Antikoagulationstestkits, mit dem recht einfach die
Blutgruppe bestimmt werden kann. Es reichen hierfür nur ein oder zwei Tropfen
Blut bzw. falls durch den Tierarzt entnommen max. 1 ml EDTA-Blut. Das Blut wird
in je ein Feld für Blutgruppe A und B getropft und mit einer Trägerflüssigkeit
vermischt. Innerhalb kürzester Zeit gerinnt das Blut in dem jeweiligen Testfeld
und man kann erkennen, welche Blutgruppe die Katze hat. Wenn die Katze A/B ist,
gerinnt das Blut in beiden Feldern. Diese Testmethode ist leider sehr
unzuverlässig, da das Ausflocken leider manchmal ein Art "Ratespiel" ist. |
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| Neue Testverfahren!!!! | ||||||
| Es gibt seit einger Zeit einen Gentest, der die Blutgruppen A, B und A/B sicher feststellt. Meine Katzen und Kiten sind in einem niederländischen Labor getestet worden. Ganz neu ist ein Testverfahren, das von der UCLA, einer US Universität, angeboten wird. Dort kann man bei der Blutgruppe A auch die Trägerschaft für b austesten lassen. Allerdings kann dieser Test nicht zwischen A, B und A/B entscheiden, weshalb man vorher den Gentest machen lassen muss, um dann bei A-Zuchttieren die Trägerschaft für b ausschliessen zu können. | ||||||
Ca. 30 - 40 % der Katzenpopulation und im Besonderen einige Rassen (wie Birmas und BKH) haben die Blutgruppe B und rund 85% aller Birmakatzen tragen unter ihrer Blutgruppe A verdeckt die Trägerschaft für B. Man kann also niemals sicher sein, bevor man getestet hat, ob A wirklich A ist... |
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Wenn die
weiblichen B-Tiere mit einem A-Kater oder A/B-Kater verpaart werden, kann es bei den Jungen zu
der sog. Isoerythrolyse kommen, weil die Mutterkatze Antikörper gegen A-Blut
während der Trächtigkeit und der Geburt gebildet hat. Bisher
hatte man angenommen, dass die Blutgruppe A/B kompatibel für beide
Blutgruppen ist. Dem ist aber nicht so. Vielmehr kann eine A/B-Katze
auch Antikörper gegen A bilden. Verpaart man A/b x A/b können durchaus
Kitten der Blutgruppe B fallen. Verpaart man reinerbig A/a (Vater) mit
einer A/b, dann fallen niemals B-Kitten, sondern Kitten die eventuell
A/B tragen können, aber im Test A sind. Wenn man hingegen A/a (Vater)
mit B (Mutter) verpaart, dann sind alle daraus resultierenden Nachkommen
A/b, aber die Abwehrreaktion gegen A fällt sehr viel heftiger aus als
mit einer Verpaarung Vater A/b mit Mutter B. Bei dieser Kombination A/b
x B fallen sowohl B als auch A Kitten. Ist der Vater A/b, dann kann es
auch bei dieser Verpaarung zur Isoerythrolyse und anderen
Folgeerscheinungen bei der Mutter kommen, die aber allgemein etwas
weniger heftig ausfallen. Dies ist auch ein Grund, warum aus mancher
Verpaarung mit dieser Kombination keine Probleme entstehen, weil die
Mutterkatze keinerlei Antikörper gegen A gebildet hat bzw bildet.
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Die Anzeichen für eine
Blutgruppenunverträglichkeit (Isoerythrolyse) sind im Nachfolgenden
beschrieben: Die Jungen werden
blaß, schreien viel, die Temperatur nimmt ab und wenn man den Urin mittels
Wattebausch testet, findet man eine rötliche Spur. Spätestens jetzt sollte das
Kitten von der Mutter entfernt werden und von Hand gefüttert werden. |
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Besitzer von
B-Kätzinnen sollten nach der Geburt mittels des o. g. Testverfahrens die
Neugeborenen mittels Blut aus der Nabelarterie testen. Vorher empfiehlt
sich ein Antkörpertitertest der Mutter, der in Holland
http://www.evlonline.nl gemacht
werden kann. Ein weiteres Labor ist Geenilab in der Nähe von Helsinki.
Mit diesem Test kann man bereits vor der Geburt sagen, ob die Mutter
Antikörper gegen A entwickelt hat.
Sind die Kitten Blutgruppe A, dann sollten sie für mindestens 96 Stunden nicht von der Mutter
ernährt werden. Handelt es sich um eine Untergruppe der Blutgruppe B, die
anderen Gesetzmäßigkeiten unterworfen ist, kann es evtl. nötig sein, dass die
A-Kitten nicht mehr von der B-Mutter gesäugt werden dürfen. Hier empfielt es
sich, der Katze die Pille zu geben, damit der Milchfluss zurückgeht und dann
nach ca. 2-3 Tagen der Mutterkatze die Jungen zur Sozialsierung weiter versorgen
kann. Es gibt in einigen Ländern einen Test, der feststellt, wie viele
Antikörper die Mutterkatze gegen die Blutgruppe A entwickelt hat und bis zu
welchem Titer die Jungen gefahrlos von den Müttern versorgt werden können. |
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Aber nicht nur die
Kitten können durch eine B-Mutter beeinträchtigt werden, sondern auch die Körper
der Mütter haben durch die Aufnahme der Körperflüssigkeiten und die Vermischung
von Körperflüssigkeiten während der Geburt Probleme. Diese äußern sich
hauptsächlich in Anämien, die in einzelnen Fällen sogar für die Mutterkatze
tödlich sein können. Ferner zeigen neuere Studien, dass B-Katzen nach mehreren
Würfen Organschäden an Leber und Niere von dem Versorgen ihrer A-Kitten davon
getragen haben, besonders wenn reinerbige A-Kater verwendet wurden. | ||||||
Um diese Probleme
zu vermeiden, gibt es nur eine Alternative: B-Katze sollte immer nur mit B-Kater
verpaart werden. Hier sind alle Kitten Blutgruppe B und weder Mutter noch Kitten
werden geschädigt. |
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Ein B-Kater ist
ein Segen für die Zucht, da er den Besitzern von A-Katzen zeigen kann, ob ihr
Tier ein Träger ist und die Kitten von B-Müttern Leid und Qualen ersparen kann. |
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| Nun noch etwas zu den Symptomen: | ||||||
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Es reicht nicht,
dass die Kitten 96 Stunden von der Mutter entfernt werden. Am besten wäre es,
wenn die Mutterkatze die Pille bekommt, um den Milcheinschuss zu verhindern, und
die Kitten entweder durch eine Amme aufzuziehen oder aber seitens des Besitzers
mittels Aufzuchtmilch großzuziehen. |
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Dieser Artikel ist
Ch. Rashyda Karaminka gewidmet, die mich auch Jahre nach ihrem zu frühen Tod,
inspiriert, um anderen Züchtern das Wissen zu vermitteln, das wir in
schmerzvollen Erfahrungen erlangen mussten. Karaminka hatte eine seltene
Untergruppe der Blutgruppe B. |
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Ich habe in den
letzten 11 Jahren lediglich zwei Katzen mit der Blutgruppe B mit ausländischen
Partnern gehabt. Ein Tier war Blutgruppe A/B. Ich züchte wegen der gemachten
Erfahrungen mit Karaminka bewusst nur mit der Blutgruppe A. |
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Fremdwörter: |
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rezessiv =
verdeckt Genlocus = Genort Antikoagulation = Blutgerinnung EDTA = Röhrchen beschichtet mit einem Gerinnungshemmer Isoerythrolyse = Auflösung der roten Blutkörperchen bei Neugeborenen |
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statistik by onetwomax.de |
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| Copyright - Bettina Rode 01/07, updated: 10/6/07 - Mail: lasperlas@online.de | ||||||